SPD-Landtagskandidatin Annegret Lang besucht KZ Gedenkstätte in Bisingen

Veröffentlicht am 07.03.2021 in AG 60plus

SPD-Landtagskandidatin Annegret Lang im Gespräch mit Doris Muth, Museumsbeauftragte der KZ Gedenkstätten Bisingen.

SPD-Landtagskandidatin Annegret Lang hat das Museum der KZ Gedenkstätte in Bisingen besucht und sich mit der Museumsbeauftragten des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“ Doris Muth über die umgestaltete Dauerausstellung unterhalten, die sich der Geschichte des Konzentrationslagers und des Ölschieferwerks widmet.

Im Juni 2019 wurde das Museum nach sechs Monaten Umbauphase mit neuer Konzeption wiedereröffnet. „Die Gedenkstätten in Bisingen erinnern an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und bieten auch Anknüpfungspunkte für aktuelle Fragestellungen. In Kooperation mit der Gemeinde haben wir vor der Pandemie viele Führungen, Workshops und Veranstaltungen organisiert. Wir verstehen das hier als Ort der historisch-politischen Bildung“, erklärte Muth ihrer Besucherin.

Begonnen habe alles, so Muth, als sich in den 1980er-Jahren die Bisinger Jusos gegen die damals vorherrschende Tabuisierung wehrten. Da es damals nur spärliche Informationen zum KZ Bisingen gab, fingen sie an, die Geschichte aufzuarbeiten. Die Ergebnisse ihrer Recherchen veröffentlichten die Jusos 1984 in einer Dokumentation, die sie in einer gut besuchten Veranstaltung in der Hohenzollernhalle präsentierten. Die Jugendlichen seien bei ihrer Arbeit auf Widerstände getroffen, berichtet Muth. Insgesamt sei man damals der Meinung gewesen, dass man „die alten Geschichten ruhen“ lassen sollte. Immer wieder sei die Gruppe als „Nestbeschmutzer“ beschimpft worden, einige erhielten sogar anonyme Anrufe.

„Ich bin beeindruckt, was der Verein KZ Gedenkstätten Bisingen geleistet hat. Diese Gedenkstätten sind ein wichtiger Beitrag zu einer neuen Erinnerungskultur. Denn was damals geschehen ist, darf nie wieder passieren. Und mit Blick auf die wieder erstarkende neue Rechte und den Meinungen, die bei der AfD vertreten werden, kann ich nur betonen wie wichtig eine Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus ist.“

Neben dem Museum gehören ein Lehrpfad und der KZ-Friedhof zu den Gedenkstätten. Der Geschichtslehrpfad führt zu fünf Orten des Konzentrationslagers und des Ölschieferwerks Bisingen. Er kann jederzeit besucht werden. Informationen zu den jeweiligen Orten bieten Text-Bild-Tafeln entlang der Strecke. Auf dem KZ-Friedhof liegen 1.158 namenslose Opfer des KZ Bisingen begraben. Die französische Militärregierung hatte die Toten 1946 aus Massengräbern umbetten lassen. Das Konzentrationslager Bisingen ist im August 1944 als eines von sieben Lagern des Unternehmens „Wüste“ errichtet worden. Von August 1944 bis März 1945 wurden insgesamt 4150 Männer nach Bisingen deportiert.

 
 

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